
Die ersten 90 Tage:
Online-Marketing-Fahrplan

Direkt nach der Gründung stehen meist zu viele Aufgaben gleichzeitig an, um sie alle mit voller Sorgfalt zu erledigen. Online-Marketing wird dabei häufig entweder komplett aufgeschoben oder chaotisch auf mehreren Kanälen gleichzeitig begonnen.
Ein grober zeitlicher Fahrplan hilft, die wichtigsten Schritte in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, ohne dass man sich in Details verliert, bevor die Grundlagen stehen.
Lesezeit:
6 Minuten
Datum:
18.08.2026
Warum ein Fahrplan mehr bringt als eine reine Themenliste
Eine Liste mit "wichtigen Marketing-Aufgaben" beantwortet nicht, wann etwas passieren sollte – und genau das ist in der Gründungsphase entscheidend, da parallel viele andere Themen um Aufmerksamkeit konkurrieren. Ein zeitlich strukturierter Fahrplan schafft Klarheit darüber, was diese Woche wichtig ist und was frühestens in zwei Monaten relevant wird.
90 Tage sind dabei kein Zufallszeitraum: Sie sind kurz genug, um motivierend zu bleiben, und lang genug, damit erste organische Maßnahmen überhaupt Wirkung zeigen können. Wer sich stattdessen einen Jahresplan setzt, verliert häufig den Überblick über kurzfristige Prioritäten, während ein Wochenplan zu kurzsichtig ist, um Maßnahmen wie SEO zu berücksichtigen, die grundsätzlich Zeit zum Wirken brauchen.
Der Fahrplan ersetzt dabei keine individuelle Planung, sondern dient als Orientierungsrahmen, der sich je nach Startpunkt verschieben lässt. Wer bereits eine funktionierende Website hat, kann die erste Phase entsprechend verkürzen und schneller in die inhaltliche Arbeit einsteigen. Wer dagegen bei null beginnt, sollte sich bewusst mehr Zeit für das Fundament einräumen, statt sich unter Druck zu setzen, alle drei Phasen exakt in 30-Tage-Schritten abzuschließen.
Tage 1–30: Fundament legen
In der ersten Phase geht es ausschließlich um die Basis, die alle späteren Maßnahmen erst wirksam macht. Dazu gehört die Einrichtung des Google Unternehmensprofils, eine funktionierende Website mit den wichtigsten Grundinformationen (Angebot, Kontakt, Standort). Auch das Anlegen von Analyse-Werkzeugen wie einer Website-Statistik gehört in diese Phase, damit spätere Maßnahmen überhaupt messbar werden.
Tage 31–60: Sichtbarkeit aufbauen
Steht das Fundament, beginnt die inhaltliche Arbeit: erste Inhalte auf der Website veröffentlichen, die typische Kundenfragen beantworten, sowie aktiv erste Kunden um Google-Bewertungen bitten. Wer zusätzliches Budget einplant, kann in dieser Phase erste, kleine Testkampagnen im Bereich bezahlter Werbung starten – bewusst klein gehalten, um aus den Ergebnissen zu lernen, statt sofort in großem Umfang zu investieren.
Tage 61–90: Auswerten und nachjustieren
In der dritten Phase geht es darum, erste Ergebnisse zu betrachten: Welche Inhalte wurden gelesen, kamen erste Bewertungen zustande, hat sich die Sichtbarkeit im Google Unternehmensprofil verändert? Diese Auswertung ist die Grundlage für die nächsten 90 Tage – ohne sie bleibt jede weitere Maßnahme eine Vermutung statt einer informierten Entscheidung.
Realistische Erwartungen an den Zeitraum
Wichtig ist, die 90 Tage nicht mit dem Erreichen konkreter Ergebnisse wie einer bestimmten Anzahl neuer Kunden zu verwechseln. Der Fahrplan beschreibt den Aufbau der Grundlagen, nicht das Erreichen eines bestimmten Umsatzziels – gerade organische Sichtbarkeit über Suchmaschinen entfaltet ihre volle Wirkung häufig erst nach diesem Zeitraum. Wer die 90 Tage als Fundament-Phase versteht, bleibt auch dann motiviert, wenn sich messbare Kundenzahlen erst später einstellen, weil die eigentlichen Etappenziele (vollständiges Profil, funktionierende Website, erste Inhalte) bereits erreicht wurden.
Nach den ersten 90 Tagen
Am Ende des Zeitraums lohnt sich ein bewusster Moment des Innehaltens: Welche Kanäle haben sich als vielversprechend gezeigt, welche eher nicht? Diese Erkenntnis bildet die Grundlage für die nächsten 90 Tage, die dann gezielter und mit klareren Prioritäten geplant werden können, statt erneut bei null anzufangen. Der Fahrplan ist deshalb weniger ein einmaliges Projekt als der Beginn eines wiederkehrenden Rhythmus aus Umsetzen, Auswerten und Anpassen.
Der Fahrplan im Alltag neben dem operativen Geschäft
Ein realistischer Fahrplan muss berücksichtigen, dass Marketing in der Gründungsphase selten die einzige Aufgabe ist. Deshalb ist es sinnvoller, pro Woche einen festen, überschaubaren Zeitblock für Marketing-Aufgaben einzuplanen, statt zu versuchen, alles an einem einzigen Tag zu erledigen und danach wochenlang nichts mehr zu tun. Ein bis zwei feste Stunden pro Woche, konsequent eingehalten, bringen über 90 Tage deutlich mehr Fortschritt als sporadische, unregelmäßige Anläufe mit langen Pausen dazwischen.
Flexibilität innerhalb der Struktur
Der Fahrplan gibt eine Reihenfolge vor, sollte aber nicht als starres Korsett verstanden werden. Ergeben sich in den ersten 30 Tagen unerwartete Erkenntnisse – etwa, dass Kunden überwiegend über eine bestimmte Suchanfrage kommen, mit der ursprünglich nicht gerechnet wurde – spricht nichts dagegen, den Plan entsprechend anzupassen. Wichtig ist, dass die grundsätzliche Reihenfolge (erst Fundament, dann Sichtbarkeit, dann Auswertung) erhalten bleibt, auch wenn sich einzelne Inhalte innerhalb der Phasen verändern.
Häufiger Fehler: Phasen überspringen oder parallel starten
Der verbreitetste Fehler ist, bereits in den ersten Tagen mit bezahlter Werbung zu starten, bevor die Website oder das Google Unternehmensprofil überhaupt vollständig eingerichtet sind. Das Ergebnis: Besucher, die über eine Anzeige kommen, finden eine unvollständige Website vor und springen ab – das eingesetzte Budget verpufft ohne Wirkung. Ebenso häufig ist der Versuch, alle drei Phasen gleichzeitig zu beginnen, was in der Praxis meist dazu führt, dass keine der Aufgaben vollständig abgeschlossen wird.
Ein kurzer Realitätscheck zum Abschluss
Am Ende jeder der drei Phasen lohnt sich eine kurze, ehrliche Bestandsaufnahme: Wurde tatsächlich umgesetzt, was für diese Phase vorgesehen war, oder wurden Aufgaben aus Zeitmangel verschoben? Diese Ehrlichkeit ist wichtiger als strikte Termintreue – ein Fahrplan, der realistisch an die eigene Kapazität angepasst wird, bringt am Ende mehr als ein ambitionierter Plan, der nach zwei Wochen komplett aufgegeben wird, weil er von Anfang an nicht umsetzbar war.
Phase eins dieses Fahrplans steht und fällt mit einer technisch sauberen Website und einem vollständig eingerichteten Google Unternehmensprofil – ohne beides bringen auch die folgenden 60 Tage wenig. Wir übernehmen beides für Sie, von Anfang an richtig aufgesetzt, damit Sie direkt mit einem stabilen Fundament in Phase zwei starten können.
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