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Gestapelte weiße Bücher

wie wählt ChatGPT
Quellen aus

Image by Ante Hamersmit

Stellen Sie sich vor, jemand sucht einen Dachdecker. Früher tippte er die Frage bei Google ein, bekam zehn Ergebnisse und klickte sich durch. Heute fragt er immer öfter ChatGPT, Perplexity oder Gemini, oder er liest die KI-Zusammenfassung, die Google über den Suchergebnissen einblendet.

 

Er bekommt keine Liste mehr, sondern eine Antwort. Wie die KI entscheidet, welche Unternehmen in dieser Antwort vorkommen, Genau das ist Thema von GEO.

Lesezeit:
5 Minuten

Datum:
21.09.2026

Was ist eine Generative Engine?

Forscher der Princeton University und des IIT Delhi nennen KI-gestützte Suchsysteme „Generative Engines" [1]. Sie durchsuchen das Netz, fassen Informationen aus mehreren Quellen zusammen und formulieren daraus eine eigene Antwort. Für Nutzer ist das bequem. Für Unternehmen hat es eine Kehrseite: Wer Inhalte veröffentlicht, hat kaum Kontrolle darüber, ob und wie diese in den Antworten erscheinen [1].

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Eine auf der Fachkonferenz SIGIR 2026 vorgestellte Studie fasst das Kernproblem zusammen: KI-Antwortmaschinen greifen auf viele Seiten zu, zitieren aber nur wenige davon. Sichtbarkeit hängt damit nicht mehr nur am Ranking, sondern daran, zitiert zu werden [2].

Wie oft antwortet heute schon die KI statt Google?

Eine Langzeitmessung mit über 55.000 Suchanfragen im Frühjahr 2026 fand bei 13,7 % aller Anfragen. Bei Suchen, die als Frage formuliert waren, lag der Wert bei 64,7 % [3]. Eine weitere Studie mit 11.500 repräsentativen Nutzeranfragen kam auf 51,5 % [4]. Die Werte unterscheiden sich, weil die Studien verschiedene Anfragen untersucht haben.

 

Die Richtung ist dieselbe: Wer eine konkrete Frage stellt, bekommt immer öfter eine KI-Antwort.

Diese Antwort ersetzt häufig den Klick. In einer Auswertung des Surfverhaltens von 900 US-Erwachsenen wurden die in AI Overviews genannten Quellen nur bei rund 1 % der Besuche angeklickt [5]. Eine Analyse auf Basis von Semrush-Daten beziffert den Rückgang der Klickrate für Top-Platzierungen auf 34,5 %, sobald eine KI-Übersicht erscheint [6].

Übernimmt die KI einfach die ersten Google-Treffer?

Nein. In der genannten Langzeitmessung stammten fast 30 % der von Google AI Overviews zitierten Domains nicht aus den Ergebnissen der ersten Seite [3]. Die Autoren sehen darin einen eigenen Auswahlmechanismus, der sich vom klassischen Ranking unterscheidet.

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Beim Vergleich von Google-Suche, AI Overviews und Gemini fanden Forscher kaum Überschneidungen bei den genutzten Quellen [4]. Auch die KI-Systeme untereinander verhalten sich unterschiedlich: Perplexity und Google zitieren im Schnitt mehr Quellen, ChatGPT weniger. Dafür prägen diese wenigen Quellen die ChatGPT-Antwort deutlich stärker [7]. Wer bei einem System vorkommt, ist beim nächsten nicht automatisch dabei.

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Eine Untersuchung mit 11.000 echten Suchanfragen spricht von „Antwortblasen": Dieselbe Frage führt je nach System zu unterschiedlichen Antworten, weil jedes System bestimmte Quellen bevorzugt [8].

Ein Nachteil für kleinere Unternehmen

Ein Vergleich von KI-Suche und klassischer Google-Suche zeigt eine deutliche Tendenz: KI-Systeme stützen sich überproportional auf Drittquellen wie Fachmedien und Berichterstattung, deutlich weniger auf die eigene Website eines Unternehmens. Die Autoren sprechen ausdrücklich von einem Vorteil großer Marken gegenüber kleineren Nischenanbietern [9].

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Für einen Handwerksbetrieb oder ein kleines Dienstleistungsunternehmen heißt das: Eine gute Website allein garantiert nicht, dass die KI Sie erwähnt. Eine Studie zur Veränderung der Online-Sichtbarkeit fasst es so zusammen: Manche Quellen werden in Antworten aufgenommen, andere werden praktisch unsichtbar, unabhängig davon, wie gut sie vorher platziert waren [10].

Sind Google-Rankings damit unwichtig?

Nein. Ein gutes Ranking bleibt eine wichtige Grundlage. Auch die Forschung warnt davor, SEO für tot zu erklären: Die Datenlage ist differenzierter, als es die lauten Stimmen auf beiden Seiten nahelegen [6]. Klassisches SEO ist nicht überholt, muss aber mit der Sichtbarkeit in KI-Antworten zusammengedacht werden [11].

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Das Ranking verliert aber seine Alleinstellung. Es beantwortet nur noch eine von zwei Fragen. Die erste lautet: Werde ich gefunden? Die zweite wird immer wichtiger: Werde ich genannt?

Gibt es eine Checkliste, um in KI-Antworten genannt zu werden?

Eine allgemeingültige gibt es nicht. Die Forschung zur Quellenauswahl steht noch am Anfang, und die Systeme ändern sich laufend. Schon die Princeton-Studie zeigte, dass sich Effekte je nach Branche unterscheiden [1]. AI Overviews beantworten dieselbe Anfrage bei zwei Durchläufen außerdem nicht immer gleich [4].

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Deshalb lohnt der Blick auf den Einzelfall: Wie beschreiben ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Claude Ihr Unternehmen heute? Wird es überhaupt erwähnt, und falls nicht, wer stattdessen? Genau hier setzt unsere KI-Sichtbarkeit für Unternehmen.

Fazit

Die Suche verändert sich von der Trefferliste zur fertigen Antwort. KI-Systeme lesen viele Quellen, nennen aber nur wenige, und sie wählen nach eigenen Mustern aus, die nicht mit dem Google-Ranking übereinstimmen. Neben dem Ranking zählt für Unternehmen deshalb eine zweite Frage: Bin ich eine der Quellen, auf die sich die KI stützt? Wenn nicht, empfiehlt sie Ihren Kunden jemand anderen.

Quellen

[1] Aggarwal et al. (2023/KDD 2024): GEO: Generative Engine Optimization
[2] Vishwakarma et al. (2026, SIGIR): What Gets Cited: Competitive GEO in AI Answer Engines
[3] Xu et al. (2026): Measuring Google AI Overviews: Activation, Source Quality, Claim Fidelity, and Publisher Impact
[4] Grossman et al. (2026, SIGIR): How Generative AI Disrupts Search: An Empirical Study of Google Search, Gemini, and AI Overviews
[5] Chapekis et al. (2026): Investigating Click Behaviors On Google Search Result Pages That Produce an AI Overview
[6] Pagadala (2026, SSRN): The Disruption of Search Engine Optimization by Large Language Models
[7] Zhang et al. (2026): From Citation Selection to Citation Absorption
[8] Huang et al. (2026): Answer Bubbles: Information Exposure in AI-Mediated Search
[9] Chen et al. (2025): Generative Engine Optimization: How to Dominate AI Search
[10] Blanco-Guzmán et al. (2026, MIPRO): From Search Rankings to Answer Rankings
[11] Palonna et al. (2025): SEO-Strategies Transforming under the AI Influence

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?

SEO zielt auf gute Platzierungen in der klassischen Trefferliste. GEO zielt darauf, in den Antworten von KI-Systemen als Quelle genannt zu werden. Beides hängt zusammen, folgt aber unterschiedlichen Auswahlmustern

Nutzen ChatGPT und Perplexity dieselben Quellen?

Nicht zwingend. Studien zeigen, dass sich die Systeme in Anzahl und Auswahl der zitierten Quellen deutlich unterscheiden

Woran erkenne ich, ob mein Unternehmen in KI-Antworten vorkommt?

Nur durch regelmäßiges, systematisches Prüfen über mehrere KI-Systeme hinweg, denn die Antworten schwanken. Eine einmalige Stichprobe reicht nicht aus.

Ob die KI Ihr Unternehmen heute nennt oder stattdessen jemand anderen empfiehlt, lässt sich nicht raten, nur herausfinden. Melden Sie sich dafür einfach und unverbindlich: kein Verkaufsgespräch, sondern ein ehrlicher erster Blick darauf, wie ChatGPT, Perplexity oder Claude Ihren Betrieb heute sehen. Oder lieber direkt telefonisch?

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